Donnerstag, 21. Februar 2019

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25.01.2019 01:05 Alter: 28 days

Wie gemeinsame Erinnerung zu Verantwortung führt

Vortrag von Fabian Philipp Herbst (Berlin) am Holocaust-Gedenktag, dem 27. Januar 2019, um 19.30 Uhr im Ludwig-Harms-Haus, Harmsstraße 2, 29320 Hermannsburg.


HOLOCAUST-MAHNMAL - BERLIN (Foto: Wilfried Manneke)

fragen–zuhören- aufschreiben–weitergeben

Vom Buchprojekt eines Shoa-Überlebenden

In dem Maße, wie es Shoa-Überlebende als Zeitzeugen immer weniger gibt, wird die Frage immer häufiger gestellt: wie können die Erlebnisse und Erfahrungen der zur NS-Zeit Verfolgten und zur Vernichtung Preisgegebenen an die nächsten Generationen angemessen weiter vermittelt werden ? In dieser Situation gelten diejenigen Personen, die behutsam und geduldig fragen und als Gesprächspartner aufnahmefähig genug sind, um das Unausprechliche an Entwürdigung und Leid zu begreifen, als wichtige Vermittler - sozusagen als Zeugen der Zeitzeugen. 

Schüler und Schülerinnen des Evangelischen Gymnasiums zum Grauen Kloster in Berlin-Wilmersdorf sind 2004 durch die Begegnung mit dem in Berlin untergetauchten Shoa-Überlebenden Rolf Joseph (1920 – 2012) im Laufe der Jahre zu solchen Zeugen geworden. In einer ebenso beispielhaften wie beispiellosen Aktion haben sie zusammen mit ihm dessen Verfolgungs- und Überlebensgeschichte aufgeschrieben. Unter dem Titel „Ich muss weitermachen – die Geschichte des Herrn Joseph“ ist das daraus entstandene Buch bereits in 3. Auflage erschienen und für die „Joseph-Gruppe“ – so nennen sich die damaligen Schülerinnen und Schüler auch noch nach Jahren – mittlerweile Grundlage für einen von ihnen gestifteten „Rolf-Joseph-Preis“, der an Schülergruppen verliehen wird, die sich mit diesem Themenbereich besonders beschäftigen.

Über all das berichtet als Sprecher der „Joseph-Gruppe“ Fabian Philipp Herbst, Berlin, unter dem Thema „Wie gemeinsame Erinnerung zu Verantwortung führt“ am Sonntag, dem 27. Januar 2019, um 19.30 Uhr im Ludwig-Harms-Haus in Hermannsburg. Einladende sind der SPD-Ortsverein Südheide zusammen mit dem überparteilichen Verein „Gegen Vergessen-Für Demokratie“ in Berlin.

Dr. Albrecht Schack